Erklärvideos: Charmante Umsatzbringer

„Oh ja, so einen Film könnte ich auch gebrauchen.“

So oder ähnlich trällert mir immer öfter ein Kunde ins Ohr – Einzelunternehmer wie Mittelständler.

Auf den zweiten Blick wird dann schnell klar:

So ein Filmchen kostet – scheinbar – richtig viel. Bringt aber auch – offensichtlich – richtig viel.

Die Fakten sprechen für sich:

Website-Besucher, die einen Erklärfilm sehen, bleiben in der Regel deutlich länger auf der Seite. Dieser Umstand signalisiert Google: Hey, hier gibt`s relevante Inhalte. Diese Seite muss ich im Auge behalten. Stark vereinfacht 😊

  • Bewegtbilder bleiben besser im Gedächtnis
  • Fakten lassen sich in einem Video besser erklären. Dies ist natürlich von Vorteil bei komplexen Dienstleistungen.
  • Im Idealfall wird schnell Sympathie und eine Beziehung aufgebaut zum Produkt oder zur Leistung – was die Wahrscheinlichkeit einer Kontaktaufnahme deutlich erhöht.

So weit, so gut.

Wer etwas recherchiert in Sachen Kosten,  wird schnell feststellen:

Die Preise variieren von ein paar Hundert Euro bis zu stattlichen fünfstelligen Summen.

Wichtige Fragen:

  • Was will ich erreichen?
  • Welche Ansprüche habe ich?
  • Budget bin ich bereit, zu investieren?

Nun muss man der Ehrlichkeit halber erwähnen:

Es gibt viele Software-Anbieter am Markt, mit denen wirklich jeder, der in Lage ist, eine Maus zu bedienen, Erklärvideos erstellen kann. 

Ohne einen einzigen Strich selbst zeichnen zu können. Ohne Illustrator. Ohne Fotograf. Ohne Kamerateam. Ohne Motion Designer. Theoretisch.

Und viele werben auch damit, dass mit ihrem Tool „Profi-Videos in 30 Minuten“ entstehen.

Letzteres halte ich für einen schönen Traum 😊 Aber tatsächlich ist es möglich, mit Erklärvideo-Software in wenigen Stunden überzeugende Ergebnisse zu produzieren.

Aber bitte nicht vergessen:

Solche Tools sind Werkzeuge, die aber keinesfalls ein menschliches Hirn ersetzen.

Und das braucht man unbedingt, um erstmal die Grundlagen für jeden Erfolg zu schaffen, die da lauten:

  1. Was konkret möchte ich anbieten?
  2. Wie möchte ich mich präsentieren?
  3. Welchen Mehrwert hat der Kunde durch mein Produkt/meine Dienstleistung?
  4. Mit welcher Geschichte mache ich das deutlich?
  5. Welche Charaktere sind geeignet?
  6. Welche Tonalität?

All dies nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch, als schnell irgendwelche lustigen Charaktere und Graphik-Schnipsel aus Vorlagen zusammen zu stellen.

Zeit und Aufmerksamkeit von Besuchern.

Ein wirklich komplexes Problem in einem Zeitfenster von ca. 1.5 Minuten zu erklären, ist eine echte Herausforderung. Und deutlich länger sollte ein Erklärfilm nicht sein, weil die Aufmerksamkeit des Betrachters danach rapide sinkt. Das entspricht ungefähr 150 gesprochenen Wörtern !

Ob Website-Betreiber oder Besucher aber sehr viel Freude haben an einer Stimme, die auf künstlicher Intelligenz basiert und besagte 150 Wörter aus dem Script emotionslos herunterleiert?

Es leuchtet ein, dass ein Therapeut, der Angehörige zum Thema Demenz informiert, mehr Sprechzeit und andere Inhalte und Stilmittel verwendet, als ein Veranstalter, der Abiturfeiern ausrichtet.

Für diesen Zweck also  doch lieber ein Profi-Sprecher, der für ein paar Hundert Euro Gänsehaut-Momente schafft? Oder ganz auf gesprochenen Text verzichten und Inhalte nur musikalisch transportieren?

Ein erstes Gespräch bringt sicher Ideen.

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